Flussüberquerung

Erlebnispädagogisches Landschulheim mit der G3

Mit der aufgeregten G3 ging es auf ein Landschulheim der besonderen Art, einem erlebnispädagogischen Landschulheim. Mit einem speziell auf die Kinder zugeschnittenen Konzept sollte etwas geboten werden, was nicht alltäglich ist und neben Spaß und Abenteuer auch einen Lerneffekt bringt.  

Bei traumhaftem Wetter waren die Schüler und Begleiter auf dem Waldspielplatz in Denzlingen drei Tage damit beschäftigt, verschiedene  Aufgaben und Herausforderungen mit der Gruppe zu bewältigen, wie z.B. den Wald durch teils sehr herausfordernde Spiele und eine Schnitzeljagd zu erkunden. Die „Flussüberquerung“ , bei der Teamgeist sowie Kommunikation und Organisation gefragt war, meisterten die Kinder perfekt, wie auch das etwas knifflige Feuermachen auf verschiedene Arten. Beim  Bau einer riesigen Murmelbahn mit einer fußballgroßen „ Murmel“ erkannten die Schüler bei der anschließenden Reflexion, dass gemeinsam entschieden und gemeinsam  gearbeitet werden muss, um ans Ziel zu kommen. Und siehe da: Beim zweiten Anlauf klappte es auch hervorragend! Bei der abenteuerlichen Bachwanderung gab es sehr viel aus der Natur zu bestaunen- ein Erlebnis für alle Beteiligten.

Dass Spaghetti, die auf einem selbst entfachten Feuer gekocht werden, gleich doppelt so gut schmecken, muss hier nicht vertieft werden. Viel zu schnell war die Zeit im Wald vorüber, aber alle waren begeistert sowohl Schüler als auch Erwachsene.

Was war nun der theoretische Hintergrund? Nun, die Erlebnispädagogik ist ein Fachgebiet der Pädagogik, dass sich mit Gruppen-Erfahrungen insbesondere in der Natur befasst, um die Persönlichkeit und soziale Kompetenzen zu entwickeln. Erlebnispädagogik gilt heute als integrativer Bestandteil ganzheitlicher Erziehungs- und Bildungskonzepte.

Erlebnispädagogisch zu arbeiten bedeutet, den Kindern in ungewohnten, durchaus herausfordernden Situationen in Prozesse zu verwickeln, die ihr Selbstvertrauen stärken, die Gruppenzusammenhörigkeit fördern, indem man kooperieren muss, auf Ängste anderer eingehen muss. Die Kinder erleben gemeinsam oder jeder für sich, wie gut es sich anfühlt, seine Ängste überwunden zu haben und zu erfahren, dass man häufig nur gemeinsam zum Ziel kommt.

Diese ungewöhnlichen, nicht alltäglichen Situationen erhöhen die Chance, dass aus einem Ereignis ein nachhaltig wirkendes Erlebnis wird.  Erlebnisträchtige Situationen werden erst zum erlebnispädagogischen Arrangement, wenn sie pädagogisch instrumentalisiert werden. Dazu gehören einerseits gezielte Planungen und Realisierungen von Angeboten, andererseits aber auch – was wichtig für den Erfolg der Maßnahme ist – die Begleitung von erlebnispädagogisch geschulten Begleitern. Wir glauben, dass uns dies mit diesen drei Abenteuertagen gut gelungen ist!

Robert Oßwald