Ein Männlein steht im Walde…Was wächst denn da - Delikatessen auf St. Michael?


Diese Frage drängte sich der Schüler- und Lehrerschaft der G3 auf, als sie im Herbst über das Schulgelände lief und eigentlich auf der Suche nach schönen bunten Blättern für eine Collage war. Was fanden wir vor: überall Pilze, einer schöner als der andere! Kaum hatte Frau Sattig jedoch eines der Exemplare in der Hand, hörte sie schrille, warnende Schülerstimmen: „Nein, nicht anfassen! Das sind Giftpilze!!“ – „So? Woher wisst ihr das denn?“ – „Also, ich fass’ auf jeden Fall bestimmt niemals keinen einzigen Pilz an!“ So ähnlich verlief die Konversation, und eines wurde ganz deutlich: Weder die Schüler noch ich selbst hatten irgendeine Ahnung von Pilzen. Wie schade, angesichts dieser Vielfalt!

Kurz entschlossen nahm ich am nächsten Tag Kontakt auf zu einer Expertin in Sachen Mykologie, Frau Höffken-Karlitzky. Sie ist aktiv bei der Pilzberatung in Freiburg und Emmendingen und leitet zahlreiche Seminare, nicht nur zum Thema Pilze. Sie erklärte sich sofort bereit, zu uns auf den Berg zu kommen, um die vielfältigen Gewächse einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

So kam es, dass die Schüler der Klassen G3 und G4 am 17. Oktober, mit Körben und Messern ausgerüstet, auf dem Schulgelände umher krochen und wie die Weltmeister Pilze  sammelten. Frau Höffken-Karlitzky hatte uns zuvor eine kurze Einführung gegeben und erklärt, wie man die Pilze vom Boden holt. Wir haben zum Glück auch erfahren, dass man nicht sofort tot umfällt, wenn man einen giftigen Pilz anfasst – nur probieren sollte man erst, wenn die Expertin ihn als genießbar deklariert hat. Und die meisten genießbaren Pilze werden erst einmal gut erhitzt, bevor man sie dann essen kann. Es gibt also schon so einiges zu beachten.

Die Schüler (und Lehrer!) sammelten also und Frau Höffken-Karlitzky erklärte pausenlos, was ihr da so hingestreckt wurde. Dass Pilze solche exklusiven Bezeichnungen haben, wussten wir alle nicht, aber die Namen erweiterten dann ungeheuer unseren Wortschatz: Da gab es die Schmetterlingstramete oder den grünblättrigen Schwefelkopf oder die Nebelkappe oder auch den goldflüssigen Milchling („Du Milchling, du!“).

So, und jetzt kommt was gaaaanz Wichtiges für alle Schüler, die diesen Artikel gerade lesen. Falls ihr also lest und nicht nur die Fotos anschaut, dann merkt euch eins:

Lasst bloß die Finger weg von allen Pilzen auf unserem Schulgelände!!
Die sind nämlich fast alle giftig!!        
 
Wir mussten weit in den Wald laufen, um endlich ein paar Pilze zu finden, die man bedenkenlos essen kann, zumindest war das so im Oktober so (vielleicht hat man zu einer anderen Jahreszeit mehr Glück?). Von Steinpilzen oder Pfifferlingen weit entfernt, fanden wir eine Handvoll violetter Lacktrichterlinge – auch ein schöner Name -, die wir nach der Exkursion in einer Sahnesoße mit Nudeln zubereitet und gekostet haben.
Allen, die davon probiert haben, hat es gut geschmeckt und keiner hatte hinterher eine Magenverstimmung.
Im Backprojekt wurden anschließend noch die Pilze in der Hefe getestet, und am Abend die in der Weinhefe… - Pilze sind einfach überall!
Die Homepage von Frau Höffken-Karlitzky findet man übringens unter www.naturkostmitgenusss.de

Sabine Sattig