Auf den Spuren der Rucksackläufer 

Badische Zeitung Mi, 10. April 2013
Acht Schüler und drei Betreuer der Sehbehindertenschule Waldkirch waren auf 60-Kilometer-Tour.

Südkurier, 06. März 2013
Schonach -  Acht Schüler und drei Betreuer sind drei Tage unterwegs

Schwarzwälder-Bote, 27.03.2013
Schonach Sehbehinderte begeben sich auf die Spuren der Rucksackläufer

2012: Eine Skilanglauf-Kooperation zwischen unserer
Schule und der Schule für Erziehungshilfe Schubs

Die Zielsetzung: 6o km auf Langlaufskiern mit Rucksack von Schonach bis Hinterzarten

Die Projektidee ist gemeinsam mit der Schule für Sehbehinderte in Waldkirch entstan-
den. Das Vorhaben .Rucksacklauf* wurde in Anlehnung an den bestehenden alljährlich
stattfindenden "Klassischen Rucksacklauf* vorgestellt; entsprechend wurden die 60 km
auf drei Tagesetappen verteilt. Nach diesem Treffen stand die Beteiligung beider Schulen
fest. Dabei ging es nicht um den Wettkampf, sondern um die gemeinsame Streckenbewäl-
tigung mit Erlebnischarakter. In Schubs, der Schule für Erziehungshilfe wurde das Pro-
jekt eng mit der ohnehin bestehenden Skiwerksatt verknüpft. Die Begeisterung der
Teilnehmer und eine lebendige Projektidee machte eine entsprechende Vorbereitung
möglich.

Die Vorbereitung fand über den Zeitraum von drei Monaten statt. Allwöchentlich gab
es am Montagnachmittag im Rahmen des Nachmittagsprogramms Langlauftraining.

Im Fasnachtsferienprogramm der Schule für Erziehungshilfe wurde darüber hinaus eine
Intensivtrainingswoche mit täglichem Trainingsprogramm auch allen Schülern der
Sehbehindertenschule angeboten und durchgeführt. Am Montag den 20.02.12
wurde die Unternehmung mittels Probepacken und abschließender Einstimmung kon-
kretisiert, so dass es Ende Februar losgehen konnte.

Lesen Sie hier den Erlebnis-Bericht zu dieser dreitägigen Aktion:

„Das letzte Abenteuer im Schwarzwald"

Erster Tag

Nach dem gewohnten Frühstück in Schubs hat uns Herr Hug. Leiter der
Schule für Erziehungshilfe nach Schonach an den Ausgangspunkt der Unternehmung
gebracht. Auf dem Weg dahin wurden die Schüler aus Waldkirch abgeholt. Den Start-
schuss auf der Loipe haben wir um 12.00 Uhr gegeben; natürlich nach einem anfäng-
lichen Gruppenbild der insgesamt 5 Teilnehmer  mit     zwei   Begleitpersonen. Bei
frühlingshaften Temperaturen kam man dann auch gleich ins Schwitzen; die Skikla-
motten schienen in dem Moment viel zu warm und wurden erst später wieder ge-
braucht.

Das gemeinsame Ziel Martinskapelle wurde unter großen Anstrengungen gegen Abend
erreicht. Nach dem Kssen und lebhaften Schilderungen brenzliger Stellen, Manöverund Abfahrten sind alle in einem Schlafsaal zu früher Stunde zu Bett gegangen.

Zweiter Tag

Nach dem gemeinsamen Frühstück in der Martinskapcllc haben wir
Vesper gerichtet und Tee für die Tagesverpflegung gekocht. Anschließend ist die Grup-
pe zunächst Richtung Kalte Herberge aufgebrochen: bei sulzigen Bedingungen war
die Ankunft erst zum spaten Nachmittag möglich. Das Weiterlaufen Richtung Thur-
ner wurde in der Gruppe nach gemeinsamer Absprache entschieden; ein Abholservice für
die Kucksäcke spontan eingerichtet. Die letzten 10 km zum Thurner wurden bewältigt.
Die Ankunft am Thurner gelang erst nach Einbrechen der Dunkelheit. Wir waren bei
Familie Löffler in den Schwaighöfen untergebracht. Nach der abschließenden Tagesbe-
sprechung waren alle sehr froh, das Tagesziel bewältigt zu haben. Danke Herrn
Wagner für die spontane Unterstützung und Motivation auf der Loipe und beim Rucksä-
cke schleppen!

Dritter Tag


Nach  einem ausgiebigen Frühstück um ging es wieder ans Vesper
richten. Anschließend spazierten wir zunächst zum  Loipenzentrum am Thurner.
Dort angelangt richteten wir uns auf den Anstieg zur Weißtannen hohe ein; Sonnen-
creme wurde aufgetragen und viel Flüssigkeit aufgenommen. Um 13.00 Uhr gab es
dann eine gemütliche Vesperpause in einer Schutzhütte auf der Weißtannenhöhe. Die
Abfahrt in Richtung Hinterzarten, dem gemeinsamen Ziel in Reichweite konnte erfol-
gen. Starke Schneeschmelze verhinderte eine schnelle Abfahrt und wir konnten nochmal
die wunderbare Landschaft und Stimmung im Team genießen. Mit enormem Kraftein-
satz konnte am Nachmittag das gemeinsame Ziel Hinterzarten erreicht werden, die Er-
leichterung darüber war groß. Nach der Verpflegung der Teilnehmer konnten alle stolz
ihre Goldmedaille für die tolle Leistung in Empfang nehmen. Auf der gemeinsamen
Zugfahrt zurück nach Freiburg wurde ein Nachtrenen ausdrücklich gewünscht

Gute Gründe für Skilanglauf und die erlebnispädagogische Kooperation

  • Die klare Orientierung anhand einer
    gemeinsamen Zielsetzung mit Projekt-
    charakter: „Kleiner Rucksacklauf in
    drei Tagen mit Übernachtung"
  • Belastbarkeit erfahren im Takt von An-
    strengung und Erholung
  • Erweiterung des Erfahrungshorizontes
    durch die Andersartigkeit der Teilneh-
    mer und die gemeinsame Unterneh-
    mung mit Neuwert
  • Teilhabe an den jeweils anderen Le-
    bensrealitäten durch Gespräche und
    Verständnis füreinander
  • Gelegenheit, miteinander in Aktion zu
    kommen und sich für ein gemeinsames
    Ziel einzusetzen
  • Sich erleben und wahrnehmen durch
    geforderte intensive Kooperation und
    Vertrauen untereinander
  • Stärkung des Selbstwertgefühls durch
    persönliche Grenzerfahrung und erfolg-
    reiches Handeln in der Gruppe
  • Aufnahme der Unternehmung mit Er-
    lebniswert ins positive Selbstkonzept
  • Zugewinn: „Erfahrener Selbstwirksam-
    keit" bei sich selbst und in Zukunft
  • Gegenseitige Unterstützung. Abstim-
    mung bzw. Sensibilisierung
  • Natur erleben und genießen; sich in-
    tensiv den jeweiligen Witterungsbedin-
    gungen aussetzen
  • „Verantwortung übernehmen" anhand
    der Verantwortung für sich selbst, die
    Gruppe und das Material
  • Intensive Auseinandersetzung mit Pla-
    nung. Vorbereitung, Training, Kettung
    und Materialkunde

Ingo Schmach als verantwortlicher Lehrer der Erziehungshilfe und Rainer Mayrhofer
& Frank Wagner als Organisatoren der Schule für Sehbehinderte